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Schwimmen- Sport ohne Perspektive (zurück)


Als 1960 das Hallenbad „Wipperwelle“ entstand, war die Begeisterung aller Schwimmfreunde in Worbis und Umgebung riesig. Es war ein großer Fortschritt für die Stadt, da von nun an zu jeder Zeit geschwommen werden konnte. Auch der damalige Fünftklässler Hubert Adam war begeistert, als er bei der Eröffnung des Bades 1966, von außen durch die Scheiben zusehen konnte. Kurz darauf begann der Lehrer Dieter Mertens eine Schwimmgruppe zu gründen mit der er regelmäßig trainierte. Dieser Gruppe schloss sich damals auch Hubert Adam an. Nach intensivem Training waren die Erfolge bei Wettkämpfen bald nicht auszuschließen. Nur zwei Jahre später wurde er mit drei weiteren Personen zu SC Turbine Erfurt delegiert. „Es war eine tolle Zeit. Wir haben im Internat gewohnt und hatten am Tag ca. zweimal Training zwischen den Unterrichtszeiten. In den Vorbereitungszeiten zu der damaligen Spartakiade, welche einmal im Jahr durchgeführt wurde, war dann dreimal Training am Tag angesagt. Außerdem fuhren wir noch regelmäßig zu anderen großen Wettkämpfen.“, erinnert sich der erfolgreiche Schwimmer. Seine Lieblingsschwimmarten waren Kraulschwimmen und Delphinschwimmen.

Im Jahr 1970 kam er zurück nach Worbis, um an der erweiterten Oberschule das Abitur abzulegen. Doch seinen Spaß am Schwimmen wollte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht missen. Deshalb schloss er sich wieder seiner ehemaligen Schwimmgruppe unter Dieter Mertens an und machte gleichzeitig eine Ausbildung zum Übungsleiter im Schwimmen. Er war zu dieser Zeit aber nicht nur als Trainer und aktiver Schwimmer tätig, sondern beschäftigte sich auch dem Tauchen und dem Rettungsschwimmen.

Als er 1974 das Abitur beendet hatte, ging er 3 Jahre zur Armee und widmete sich anschließend seinem Studium in Magdeburg. Dieses beschäftigte sich mit seiner zweiten Liebe der Elektronik und Technik. „Elektronik war damals neben Schwimmen mein Ding.“, sagt der Anfang 60-jährige. Er übte seine Tätigkeit in seinem studierten Beruf an verschieden Standorten in der ehemaligen DDR aus und war sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Mit der Wende viel sein Arbeitsplatz weg und er musste sich neu orientieren. Nachdem der Versuch einen Computerbetrieb mit seiner früheren Abteilung zu gründen 1986 scheiterte, machte er zuerst eine einjährige Englischausbildung und ging später in die Erwachsenenbildung nach Dessau. 2003 gab es mit dem Ende seiner ersten Ehe und dem Verlust seines Berufes in Dessau einen Schnitt in seinem Leben und er kehrte in seine Heimatstadt Worbis zurück. Schließlich machte er sich dort selbstständig. „Im Jahr 2008 wurde ich von Wolfgang Schug angesprochen, ob ich die Vereinsverwaltung des SV Einheit Worbis übernehmen möchte. Gleichzeitig kam die Anfrage, ob ich nicht auch die Abteilung Schwimmen übernehmen könnte, weil der langjährige Trainer Mertens aus Altersgründen aufhören musste. Das war also meine dritte Schwimmkarriere und ich begann wieder die Übungsleiterausbildung zu machen.“, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht. Er konnte somit seine alte Liebe, das Schwimmen, aufleben lassen und diese gleichzeitig mit seiner zweiten Vorliebe, der Technik, verbinden.

Heute ärgert er sich darüber, dass nur noch zwei Trainingseinheiten  in der Halle in Worbis möglich sind und es somit schwierig ist, seine Sportler zu Erfolgen zu bringen. „Wir trainieren das Schwimmen nur noch auf Breitensportbasis, weil es anders in Worbis nicht mehr möglich ist. Wer Schwimmen als Wettkampfsport ausüben will, hat aber die Möglichkeit in einen der zwei Vereine nach Leinefelde zu wechseln.“,  sagt der Übungsleiter.  Dennoch ist das Bad in Worbis nicht nur für die Trainingsgruppen von Hubert Adam unersetzbar, sondern auch für die Schulen und die Reha-Sport-Gruppen.

Über den SV Einheit Worbis sagt der ehemalige Schwimmprofi: „Die Arbeit in der Vereinsverwaltung breitet mir sehr viel Freude und die Organisation im Verein durch den Vorstand ist einfach spitze. Alles läuft immer problemlos ab. Der Verein hat kaum Defizite und ich hoffe sehr, dass das mit dem neuen Vorstand, den wir im nächsten Jahr wählen, auch so weiter geht. Denn es ist eine Wahnsinnsleistung einen Verein mit 1400 Menschen am Laufen zu halten.“

Als er sich abschließend zu dem Schwimmsport in Deutschlang allgemein äußert merkt man, dass er sehr enttäuscht über die Entwicklung ist. „Also wie es jetzt im Moment läuft, wird der Schwimmsport in Deutschland untergehen. Und das ist leider überall so. Das einzige was gefördert wird, ist Fußball. Da gibt es Sponsoren, aber wer will heut zu Tage noch schwimmen sponsern.“, so der Sportsfreund.

Auch wenn der Schwimmsport wenige Sponsoren hat, ist es dennoch wichtig, dass Menschen wie Hubert Adam versuchen, den Schwimmsport wenigstens auf Breitensportebene zu vertreten. Den Kindern und Erwachsenen wird es dadurch ermöglicht, ihre Freizeit sinnvoll in der Gemeinschaft von Gleichaltrigen zu verbringen.


8.10.2016 19:51 Alter: 3 yrs
Kategorie: SV Einheit 1875 Worbis, Leichtathletik, Fussball, Behindertensport, Turnen, Rehasport, Tischtennis
Von: Kiara Marschhausen

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